dust from the outback

Syd­ney rot-orange” (tagesschau.de),“Staub­sturm löst Chaos in Syd­ney aus”(spiegel.de), “Sand­sturm bringt Leben in Syd­ney zum Still­stand” (faz.net). So haben sich heute die meis­ten Über­schrif­ten gele­sen. Wei­ter im Text steht dann, dass der Sturm auch über den Süden von Queens­land, respek­tive über Bris­bane gezo­gen ist.

Stimmt, von Chaos war hier nach mei­nem emp­fin­den aller­dings keine Spur. Wie ihr auf den Bil­dern im Ver­gleich sehen könnt, hat es die Stadt schon gut ein­ge­ne­belt. Vom Bal­kon im Büro hat man nor­ma­ler­weise eine klare Sicht auf die Sky­line von CBD. Die war heute schon sehr ein­ge­schränkt, bzw. eine Weile nach­dem die Bil­der ent­stan­den sind hat man die Hoch­häu­ser über­haupt nicht mehr gesehen.

Als wir zum Mit­tag­es­sen gelau­fen sind, konnte man den Sand in der Luft schon spü­ren und nach dem Reden auch schme­cken, aber dass es jetzt in grö­ße­rem Maße den Ver­kehr oder das Leben in der Stadt beein­träch­tigt hätte war für mich nicht erkenn­bar. Auch auf dem Heim­weg habe ich nichts Unge­wöhn­li­ches bemerkt. Wahr­schein­lich hatte der Sturm schon an Kraft ver­lo­ren oder die Nach­rich­ten über­trei­ben ein wenig.

Hier ist jeden­falls alles alright!

little woodstock in new south wales

Auf der Heim­fahrt am Sonn­tag­nach­mit­tag haben wir noch einen Abste­cher nach Nim­bin gemacht. Nim­bin liegt ca. 70 km im Lan­des­in­ne­ren und ist eigent­lich ein auf deutsch gesagt klei­nes Kaff, woge­gen Au am Rhein direkt Groß­stadt­flair bekommt. Die Geschichte hat es aller­dings gut gemeint, wes­halb Nim­bin hier eine Art Kult Sta­tus hat.

In den 70ern wurde in der Stadt ein Hip­pie Fes­ti­val abge­hal­ten, bei dem einige Fes­ti­val Besu­cher von der Poli­zei fest­ge­nom­men wur­den. Durch fried­li­che Pro­teste der Fes­ti­val­ge­meinde kamen sie jedoch frei. Oben­drauf wurde dann noch der Mari­huana Kon­sum gedul­det und einige Fes­ti­val­be­su­cher sind ein­fach in der Stadt geblie­ben. Dort Leben sie noch heute. Etwas aus­führ­li­cher gibt´s das ganze bei Wiki­pe­dia.
Wer schon immer mal ein paar Hip­pies sehen wollte, ist hier rich­tig. Kli­schees bezüg­lich Ver­hal­ten, Klei­dung und Äuße­res erfül­len sich jeden­falls zu 100%. Die Ange­bote in den Läden waren auch immer die­sel­ben. Klei­der, komi­sche Natur­heil­kräu­ter, Vega­n­er­koch­bü­cher, Was­ser­pfei­fen, das Mari­huana Cook­book und in den Cafés den „spe­cial cake” mit Kaf­fee für 5$. Alles außen auf den Schil­dern ange­schrie­ben. Ist schon ein Stück­chen ver­kehrte, heile, fried­li­che oder ein­fach andere Welt.

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ids please

Could I have two flat white and two cap­puc­ci­nos, please.” So ähnlich habe ich am Sams­tag­mor­gen in einem Kaf­fee nahe dem Trö­del­markt im Stadt­teil For­ti­tude Val­ley meine Mit­be­woh­ner und für mich einen Kaf­fee bestellt. Anstatt dem erwar­te­ten „ja gerne, kommt sofort” kam die Frage nach mei­nem Aus­weis. Ja wie? Aus­weis Moment es ist elf Uhr vor­mit­tags und ich habe 4 Tas­sen Kaf­fee bestellt, kei­nen Alko­hol und werde nach mei­nem Aus­weis gefragt. Da stimmt doch was nicht habe ich mich ver­hört? Der „Aus­sie” Dia­lekt fällt mir meis­tens deut­lich schwe­rer, als der mei­ner Mit­be­woh­ne­rin aus den Staa­ten. Nein, offen­sicht­lich hatte ich mich nicht ver­hört und ich muss jetzt tat­säch­lich mei­nen Aus­weis vorzeigen.

Ich meine okay, dass hier abends nie­mand (wirk­lich nie­mand) in Bars und Clubs ohne Aus­weis rein­kommt und dass auch jede noch so kleine Bar min­des­tens einen Secu­rity Mann hat, kann ich noch irgend­wie nach­voll­zie­hen. Anschei­nend trin­ken die Aus­tra­lier trotz hoher Preise gerne einen über den Durst und die vie­len Back­pa­cker sind wohl auch nicht immer von der bes­ten Sorte. Aber, dass man wegen einem Kaf­fee kon­trol­liert wird war mir neu, da konnte ich mir natür­lich die Nach­frage nicht ver­knei­fen. (wei­ter­le­sen…)

thank your driver! ...for our trip through cleveland

Die Aus­tra­lier haben eine, wie ich finde ganz sym­pa­thi­sche, Eigen­schaft, die jedem “nach der Lan­dung im Flug­zeug klat­schen” Has­ser den siche­ren Exitus brin­gen würde. Im Bus hört man stän­dig ein “Danke Fah­rer” von der hin­te­ren Tür her. So viel Freund­lich­keit im öffent­li­chen Nah­ver­kehr wird mit meis­tens gut gelaun­ten und hilfs­be­rei­ten Bus­fah­rern belohnt.

Doch auch damit kann die ein oder andere Sache schief gehen. So auf unse­rem Trip nach “North Strad­broke Island”, der von Cap­tain James Cook benann­ten Insel nörd­lich von Bris­bane. Eigent­lich woll­ten wir in Cleve­land nur vom Bahn­hof zur Fähre, doch unser net­ter Bus­fah­rer hat man­gels Andrang unsere Hal­te­stelle über­sprun­gen. Bis wir das bemerkt hat­ten, war unsere Fähre schon auf dem Weg zur Insel. Ohne uns ver­steht sich. Auf Nach­frage haben wir dann nur erfah­ren, dass es ein “…long way back” ist und wir doch ein­fach mit ihm im Kreis fah­ren sol­len, weil sowieso kein ande­rer Bus kommt. Letzt­end­lich wur­den wir dann doch an einer Kreu­zung raus gelas­sen, da ihm ein­ge­fal­len ist, wie wir schnel­ler zurück kom­men könn­ten. Näm­lich “ein­fach hier über die Straße und den Bus auf der ande­ren Seite nehmen”.

Unsere Freude dar­über, dass der Fah­rer mit Eigen­in­itia­tive um unse­ren Weg bemüht ist sollte nicht lange hal­ten. Der andere Bus wäre erst in 40 Minu­ten gekom­men.… Viel Spaß beim Lau­fen… Auf hal­bem Weg kam uns dann irgend­wann wie­der unser Fah­rer auf sei­nem Rück­weg ent­ge­gen, vom Bus in die andere Rich­tung haben wir aller­dings nichts gese­hen, aber ganz nach dem aus­tra­li­schen Lebens­motto “she’ll be right, no worries” gings wei­ter zu Fuß in Rich­tung Fähre.

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